Tuesday, June 30. 2009
Es gibt zwei Dinge, die ich zur Zeit aufschiebe, während ich alle anderen Alltagsdinge ziemlich brav absolviere. Ich will bei einer Bekannten Leinwände abholen, die sie nicht mehr braucht weil ich anfangen möchte zu malen.
Ich will beim Arbeitsamt anrufen und mich nach einem Beratungsgespräch erkundigen, da ich einen Beruf lernen will (Diätassistentin, bzw. Ernährungsberaterin) und fragen will, was es für mich für Möglichkeiten gibt. Es scheint mir so, dass genau die Dinge, die mir Richtung im Leben geben könnten von mir aufgeschoben und verdrängt werden. Was steckt da bloß dahinter? Irgendeine Verweigerung oder Verneinung? Ich werde weiter darüber nachdenken und schreiben.
Wednesday, June 17. 2009
Ich gondel durch den Tag hin und her zwischen Gedanken und Taten zwischen Traum und Wirklichkeit die Wirklichkeit ist der tollste Traum der beeindruckendste Traum so intensiv man ist nicht gewohnt die Intensität zu ertragen - aber das ist es nicht so ist es nicht
Monday, June 15. 2009
Ich lese gerade "So schön wie hier kann`s im Himmel gar nicht sein - Tagebuch einer Krebserkrankung" von Christoph Schlingensief. Es sind ja nur Worte, die man liest, aber so authentisch gesprochen (ins Aufnahmegerät), kein ausgedachtes Kopf-Kunstprodukte schaffen, sondern tatsächlich empfundene Gefühle, Schrecken, Angst, Glück und Zweifel, der Versuch klar zu bleiben bei existenzieller Bedrohung- sehr wichtig was er da für sich gemacht hat, der Christoph. Und wenn er es für sich gemacht hat und trotzdem nicht für sich behält, dann hat er es auch für andere gemacht, für die Welt. Vielen Dank dafür und alles alles Gute für dich Christoph!
Wednesday, June 3. 2009
Es ist relativ viel passiert, seit ich das letzte mal geschrieben habe. Es verlagert sich vom reinen Nachdenken und Beobachten hin zu dem Willen der Veränderung. Wenn sich aber wirklich was verändern soll und man es will dann muß man etwas anders machen als sonst. Siehe Titel: Routinebrecher. Bis jetzt ist noch nicht viel Veränderung geschehen. Noch sind es Ideen und Impulse, dann auch wieder Anforderungen von Aussen, denen ich mich stellen muß, weil es die Realität gerade so will. Mehr Körperlichkeit, mehr in den Körper rutschen, mehr spüren, weniger Kopf. Heute war ich den Großteil des Tages depressiv. Ich spreche dann abgehackt, gebe kurze zackige Antworten, sehr barsch. Ich kann es dann aber nicht anders, ich merke es und kann es nicht ändern. Einen Grund konnte ich auch nicht benennen für diese Stimmung, sie war einfach da. Ich weiß nicht ob es mit der allgemeinen Unsicherheit zu tun hat. Alles kommt mir brüchig vor, kurz vor dem Zusammenbruch. Kurz ist natürlich auch relativ. Die Dinge sind mir schwer gefallen, ich habe weniger gemacht, als ich wollte, aber ich habe ein gutes Essen gekocht, eigentlich zwei Essen, für jeden etwas. Es kommt mir schwer vor in dieser Wirtschaftskrisensituation so etwas wie Glück anzustreben. Mit der Realität zurecht kommen ist für mich jetzt eher erstrebenswert als irgendeine Art von Glück zu suchen, bzw. ist das dann für mich schon annähernd Glück, wenn ich das Gefühl habe, ich stelle mich der Realität. Glück dann aber als eine Art Ernüchterung, sehen was ist, sehen was ich nicht weiß. Leider hält/hielt dieses Gefühl nicht allzu lange an, danach (nach kurzer Übergangsphase in scheinbare Normalität) diese Depressivität.
Friday, May 29. 2009
Nachdem gestern im Bauch ein existenzielles Angstgefühl hochgestiegen ist, heute eine Änderung. Ich bin zu sehr in eine Richtung gelaufen, habe ich theoretisch zu viel mit dem Ich Thema auseinandergesetzt, das tut mir nicht gut.
Thursday, May 28. 2009
Jeder ist ein Kunstprodukt. Die Beobachtung und Aufmerksamkeit, die vor der Geschichte mit dem kranken Finger anfing sich einzustellen, ist vorerst entschwunden.
Jetzt ist der Moment, an dem es weitergeht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht klammert mein Kunst-Ich sich auch nur an die Vorstellung unbedingt vollständig zu erwachen. Offensichtlich ist das aber nicht der Fall. So ein paar Erkenntnisse dieser Art, sind doch schon mehr, als der Durchschnittsmensch so hat oder macht. Uiiii, wer bewertet da denn so fein? Ich bin von meiner eigenen Drehung um mich selbst angeödet. Aber das sind alles nur Geschichten, die ich schreibe. Geschichten sind uninteressant. Interessant ist, was ist. Also beobachte! Die Frage ist, ob dieses Kunstprodukt des Ich nötig ist, um zu existieren. Und ob die vollständig Erwachten, wirklich permanent, also Moment für Moment Wach waren/sind. Und wenn ja, was bringt es? Ich habe selbst erfahren, dass man im Moment des Wachseins in der Wirklichkeit erkennt, dass alles nur ein Traum ist. Also wirklich alles, alles was wahrgenommen wird und geschieht, es ist geträumt. Es ist ein Film auf der Leinwand. Was soll dann daran besser sein, wenn man diesen Zustand innehat, es ist einfach komplett ungewohnt, es ist das, was man nicht so kennt, strebt man deshalb danach? Also nicht man, sondern ich. Es läßt mich nicht los, also muß ich weiter beobachten, weiter aufmerksam sein. Vielleicht gibt es mir tiefere, andere, neue Einsichten. Wenn das nunmal dummerweise genau das ist, was mich wirklich interessiert, warum hadere ich dann damit herum. Ich habe da manchmal so eine Stimme im Hintergrund die mir sagt, warum tust du das und nicht was Richtiges, kannst du dir nicht einfach was anderes auferlegen, einen netten Plan, was du machen könntest, eine konkrete Vorstellung entwickeln von Etwas, was du erreichen möchtet, so dass ich auch mal etwas vorzuweisen hätte. Oft habe ich das nicht, aber manchmal höre ich es dann doch. Ich habe ja nun auch fast 1 1/2 Jahre einen Basis-Job gemacht, also einen Knochenjob für wenig Geld, nur um zu sehen, wie das so ist. Ich könnte jetzt sagen, es war eine Erfahrung, die ich wohl machen mußte, aber he, das ist doch schon wieder Geschichten schreiben! Ich mußte das doch nicht machen, es war so und ist jetzt schon Vergangenheit. Beim Chor haben wir ein neues Lied gelernt in dem der Text mich angesprochen hat, Thema Traum und Erwachen und Leben und dazwischen eingeklemmt sein, schön! Mit dem Osho Buch bin ich recht weit gekommen, werde es wohl auch zuende lesen, habe jetzt aber erstmal mit der "Hexe von Portobello" von Coelho angefangen. Ganz was anderes. Ich muß auch bei Osho aufpassen, dass es nicht zur Hypnose wird. Dann tut der Verstand so, als ob er was verstanden hätte und lacht sich eins ins Fäustchen weil er den Beobachter mal wieder übers Ohr gehauen hat. Der sich dann am liebsten ohrfeigen würde, weil er wieder reingefallen ist. Der sich aber natürlich nicht ohrfeigt, weil er nicht fähig ist zu urteilen, zu richten und zu ... - er kann nur sein. Sein. Ok, viel zu viel Geschichte geschrieben. Es hat sich zuviel angehäuft, öfter Schreiben was ist, ist effektiver.
Friday, May 15. 2009
Ich soll jetzt viel Luft an meinen Finger lassen. Sobald ich aber nichts darum habe, gucke ich andauernd drauf auf diesen verunstalteten Finger und gucke und gucke und denke und denke. Es sieht halt einfach Scheiße aus. Wenn ich in die Öffentlichkeit gehe, ziehe ich mir ein Mullläppchen mit Leukoplast befestigt drüber. Der Finger ist auch ziemlich dick und steif, lässt sich nicht so gut bewegen, ist eher gefühllos und stört.
Thursday, May 14. 2009
Schöne Begebenheit heute morgen. Ich mußte zum Arzt, vor dem Haus gibt es verschiedene Parkplätze, ein paar für Besucher der einen Arztpraxis, ein paar für die andere Praxis, aber offensichtlich auch ein oder zwei Parkplätze für die Ärzte selber.
Die Besucherparkplätze "meiner" Praxis waren alle belegt, gegenüber waren noch drei frei, auf einem Schild stand nur ein Name, Dr. blabla, auf einem stand Ärzte Dr. dings/ Dr. dongs, auf dem dritten stand ein deutliches Schild einer Rechtsanwaltskanzlei. Dort hätte ich mich auf keinen Fall hingestellt.
Bei den beiden anderen habe ich überlegt, mach ich es oder mach ich es nicht, sind es Plätze für Besucher der Praxis oder für die Ärzte selber? Ich war mir nicht ganz sicher und stellte mich trotzdem auf den mittleren Platz, wird schon gut gehen habe ich gedacht.
Nach kurzer Zeit im Wartezimmer kam eine Frau herein und fragte, ob sich von den Wartenden jemand auf den Ärzteparkplatz gestellt hatte, ich ging also schnell runter, entschuldigte mich, war leicht peinlich berührt und setzte mich in mein Auto um wegzufahren (es war schon ein Zettel unter meinen Scheibenwischer geklemmt worden.)
Auf dem Ärzteparkplatz direkt daneben stand ein Auto, auf das jetzt ein Mann zuging der mich finster ansah, ich machte das Fenster runter und fragte, ob er der Herr sei. Er bejahte, ich entschuldigte mich, erklärte ihm, dass ich dachte, dass es sich um einen Patientenparkplatz handelte. Er meinte ihm würde das jeden Morgen passieren, ich wäre aber die erste, die sich entschuldigen würde und deswegen würde er sich gerade wieder abkühlen, dafür bedankte ich mich dann noch.
Ich fuhr also auf einen frei gewordenen Parkplatz "meiner" Praxis und nahm den Zettel vom Scheibenwischer mit, darauf stand " Sie stehen auf einem privaten Arztparkplatz!", das Wort "Arzt" war unterstrichen.
Die Sprechstundenhilfe fragte mich, ob ich Ärger bekommen hätte und wo ich denn geparkt hätte. Ich erzählte es ihr und sie meinte sich auf diesen Parkplatz zu stellen wäre "tödlich". Ich erzählte ihr kurz, dass der Herr Dr. wieder versöhnlich wurde, da ich mich entschuldigt hatte, was sonst wohl niemand tun würde. Ihre Reaktion war dann so, dass sie sich vermeintlich auf meine Seite stellte und sagte, dass ja wohl jeder Mensch mal Fehler machen würde und auch der Herr Dr. Sowieso nicht fehlerfrei sei und ich müsse ja auch gucken wo ich bleibe und parke. Das fiel mir auf, ich war erstaunt, dass sie meinte, mich da stärken zu müssen oder so etwas.
Ich dachte dann noch während der Wartezeit ein wenig darüber nach, wie es gekommen war, dass ich überhaupt auf diesen Platz gefahren war und kam zu dem Schluß, dass das Schild nicht eindeutig genug ist in diesem Wirrwarr von verschiedenen Parkplätzen, auf der einen Seite ist ja klar, es sind Besucherparkplätze, das steht ja auch da, aber wenn auf der anderen Seite dann Ärztenamen stehen, interpretiert man zu leicht darein, dass es sich ebenfalls um Besucherparkplätze handelt.
Also schrieb ich dem Herrn Dr. auf die andere Seite des Zettels den Vorschlag, dass er über ein neues Schild nachdenken solle auf dem steht "Privatparkplatz Dr. So/Dr.So weil es sicher helfen würde und weil es besser für sein Herz sei sich nicht jeden Morgen aufzuregen und klemmte den Zettel unter seinen Scheibenwischer.
Was auch wieder komisch ist: in den letzten Monaten kam es gehäuft vor, dass Handwerker oder andere Menschen sich mit ihren Fahrzeugen so vor mein Carport stellten, dass ich nicht mehr heraus kam. Ich wurde dann auch jedesmal sehr wütend und habe gemeckert und gemotzt und mein Unverständnis kundgetan, da ansonsten mehr als genug Möglichkeiten zum Parken gegeben waren. Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, hat sich niemand von Herzen dafür entschuldigt, entweder es wurde darüber zynisch geblödelt und ich war dabei für den anderen sicher die blöde Kuh oder hysterische Zicke oder man hat das Wort Entschuldigung gesagt mit der Bemerkung, dass man ja mehr wohl nicht machen könne als Entschuldigung sagen.
Beim letzten Mal, als mir das passierte wurde mir später klar, dass es mir wahrscheinlich so oft passieren würde, bis ich gelernt hätte, anders mit der Situation umzugehen. Seitdem ist es noch nicht wieder vorgekommen.
Wednesday, May 13. 2009
Dem Film "Secret" bin ich ja ziemlich auf den Leim gegangen! Der ist recht reißerisch gemacht und will uns weißmachen, dass wir uns jeden Wunsch selbst erfüllen können durch Aussendung der richtigen Gedanken. Das Gesetz der Anziehung wird erklärt und wie man sich die Wirkung von Gedanken vorzustellen hat. Das mag ja auch alles stimmen, allerdings ist es doch höchst zweifelhaft, dass sich jeder Mensch seine dem Ego entspringenden Wünsche erfüllt. Es ging viel um Geld und Reichtum, Autos, Häuser und den ganzen Kram. Ich habe mich ja dann gefragt, was ich mir denn wünsche, das einzige was mir einfiel war Klarheit in mir. Wenn man Herzenswünsche hat mit brennender Sehnsucht, dann ist es nicht nötig seine Gedanken und Gefühle darauf zu trimmen. Man kann das Gesetz der Anziehung beobachten, es aber auszunutzen ist, naja, typisch Mensch. Der Film " Bleep" war besser gemacht, er war witzig und hat viel erklärt, an ein paar Stellen war er zwar auch moralisch und lenkend, aber insgesamt weniger als "Secret". Das Buch vom Ego von Osho gefällt mir sehr gut, ich habe vorher noch nie Osho gelesen. Es rückt mich wirklich zurecht und ich verstehe einiges.
Tuesday, May 12. 2009
Die Schnecke latscht durch den Regen, nass ist was ihr gefällt. Sie fragt sich nichts, die Gute. Das Haus an sich ist wunderlich und auch ein bißchen gewunden, wer weiß, ob ihr das auch lieb ist. Weinbergschnecke - was magst du, Chardonnay oder Riesling, Burgunder oder vielleicht Sauvignon? Noch nie probiert? Ach Schneckchen!? Wozu dann auf den Wein-Berg gehen. Entschuldigung, mein Denken ist ein wenig beschränkt, ich bin doch ein Mensch! Nun gut, Schneck, ich werde dich malen, versprochen!
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